Kurzfassung des Projekts (erweitert als 127 kb)

Hintergrund

Gesundheit und Engagement von Einsatzkräften stehen über einzelne Extremerfahrungen hinaus mit Rahmenbedingungen in den Organisationen des haupt- und ehrenamtlichen Bevölkerungsschutzes im Zusammenhang. Diese können in Abhängigkeit von der Organisation, bzw. auch bezogen auf regionale Besonderheiten, unterschiedlich ausgeprägt und organisatiosspezifisch sein. Die spezifische Konstellation von Rahmenbedingungen in den Einsatzorganisationen kann als Organisationsprofil, Organisationsklima bezeichnet werden. Unter dem Orga-nisationsklima wird Taguiri (1968) (zitiert in Rosenstiel, 2003) folgend, das von den Mitgliedern einer Organisation erlebte, ihr Verhalten beeinflussende sowie relativ beständige, beschreibende Merkmal von Organisationen verstanden. Zu den beschreibenden Merkmalen einer Organisation können mit gesundheitlichem Fokus z. B. das Organisationsziel, Führungsstil, Arbeits- und Dienstanforderungen sowie Aspekte von Arbeitszufriedenheit gezählt werden. Bestimmte Merkmale scheinen dabei eher als Gesundheitsressourcen, andere als Risikofaktoren für die arbeitsbezogene Gesundheit sowie das haupt- und ehrenamtliche Engagement zu fungieren. Berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeiten ohne Risiken sind allerdings wenig wahrscheinlich. Der relative Anteil an Ressourcen und Risiken innerhalb einer Organisation sowie ihr "Mischungsverhältnis" kann letztlich entscheidend dafür sein, ob sich bei den Einsatzkräften günstige oder ungünstige Effekte ergeben. Dies hat möglicherweise nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit von Einsatzkräften, sondern auch auf ihre Einsatzbereitschaft, damit auf den Erfolg von Organisationen im Bevölkerungsschutz und letztlich auch auf die Qualität der Versorgung der Bevölkerung.

Relevanz für den Bevölkerungsschutz

Die umfassende psychosoziale Versorgung von Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen ist eine Maßnahme zum Schutz der körperlichen und psychischen Gesundheit von Einsatzkräften (sekundärpräventiver Fokus). Unter einem stärker primärpräventiven Fokus interessiert insbesondere, welche individuellen und organisationsbezogenen Faktoren die Widerstandsfähigkeit von Einsatzkräften stärken können. Beide Ansätze können dazu beitragen, Einsatzkräfte langfristig als gesunde, engagierte und motivierte Mitglieder in ehren- und hauptamtlichen Organisationen im Bevölkerungsschutz zu halten und somit indirekt auch zu einer hohen Qualität im Bevölkerungsschutz beitragen.

Ziele der Untersuchung

Im ehren- und hauptamtlichen Bevölkerungsschutz, sollen behörden- und organisationsübergreifende Standards für "gesunde" und "Engagement fördernde" Konstellationen in Einsatzorganisationen herausgearbeitet werden. Von Interesse ist dabei auch, welche Konstellation von das Organisationslklima beschreibender Merkmale die arbeitsbezogene Gesundheit beeinträchtig/fördert, sowie das Engagement von Einsatzkräften günstig/ungünstig beeinflusst.

Geplante Methode

Im Rahmen einer Längsschnittstudie werden Einsatzkräfte der Organisationen des Bevölkerungsschutzes (Rettungsdienste, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei, Bundespolizei) zu zwei Messzeitpunkten schriftlich befragt (Fragebogen). Dementsprechend werden nach der ersten Erhebungswelle Führungskräfte mündlich interviewt. Angestrebt wird eine bundesweite Stichprobe, in der Einsatzkräfte aus allen Regionen (Ost/West, Nord/Süd) vertreten sind, und mit der eine Unterscheidung nach Organisation sowie Stadt/Land getroffen werden kann.

Laufzeit

April 2006 - Oktober 2008

Personalansatz

2,5 Diplom-Gesundheitswirte/-innen